Eifersucht, Verlust & Kontrolle in Ehe, Beziehung und Partnerschaft

Aus dem Kinder­buch: Ernest und Céles­tine — Célestines Ent­deck­un­gen“  von Gabrielle Vin­cent:

 „Doch eines Tages macht Céles­tine eine Ent­deck­ung, die ihr Ver­trauen wanken lässt. Als sie während sein­er Abwe­sen­heit heim­lich in Ernests Schubladen schnüf­felt, ent­deckt sie alte Bilder. […] Céles­tine ist eifer­süchtig. Bei Ernests Rück­kehr traut sich Céles­tine nicht, ihre Gefüh­le zu offen­baren; schließlich hat sie Ernest nicht um Erlaub­nis gefragt, die Kom­mode öff­nen zu dür­fen. Ernest gelingt es schließlich, das Geheim­nis von Célestines Kum­mer behut­sam zu lüften – und bei­de find­en eine Lösung, die nicht nur die kleine Maus zum Strahlen bringt.“

 Das Ausmaß unserer Eifersucht, zeigt es das Ausmaß unseres Misstrauens oder unserer Liebe?


Paarberatung Neustrelitz Marc Borries 3 lizensiert durch shutterstockDer Gedanke, dass Eifer­sucht ein Aus­druck der Liebe, des Tem­pera­ments, der Ver­bun­den­heit oder der Wertschätzung sei, ist für den Eifer­süchti­gen in den meis­ten Fällen dur­chaus plau­si­bel. Der Part­ner bzw. die Part­ner­in des Eifer­süchti­gen empfind­et dies dur­chaus anders. Sie fühlen sich in Ihrer Frei­heit eingeengt, durch Mis­strauen oder Vor­würfe als Part­ner gekränkt und in Ihrer Men­schen­würde als eigen­ständi­ge Per­son ver­let­zt und belastet.

In diesem unau­flös­bar scheinen­den Wieder­spruch entzün­den sich  Beziehungskrisen und Beziehungskon­flik­te. Nicht sel­ten wirkt dieser Zwies­palt in einem Teufel­skreis weit­er, einem Machtkampf aus Befreiung und Beschränkung.

Die Angst vor Verlust und Trennung — ein intensives Gefühl verankert in uns selbst

 Die Sorge und die Angst einen geliebten bzw. geschätzten Men­schen zu ver­lieren, gilt bei unter bes­timmten Umstän­den als ver­ständlich und dur­chaus gesund. Mit dieser Gefühlss­pan­nung auch im All­t­ag zu leben, dessen Berech­ti­gung zu prüfen und diese Sorge ggf. loszu­lassen, gehört zu den men­schlichen Her­aus­forderun­gen. Wie leicht oder wie schw­er uns dies gelingt, sagt uns immer etwas über uns selb­st.

Alles Lebendi­ge hat die Eigen­schaft vergänglich zu sein. Sich dieser Vergänglichkeit bewusst zu sein und die Vergänglichkeit aus Aus­druck des Lebens anzunehmen, kann zum Aus­gangspunkt ein­er wertschätzen­den und inten­siv­en Lebensweise wer­den.

 

Die „gesunde“ und die „krankhafte“ Eifersucht

Im Gegen­satz zur naturbe­d­ingten Angst vor Ver­lust und Tren­nung, ist die starke Eifer­sucht jedoch ein quälen­des, selb­st- und fremdz­er­störerisches Gefühl. Oder wie es Sig­mund Freud aus­drückt: „Die Eifer­sucht hat die Betrof­fe­nen so in ihren Klauen, dass sie an nichts anderes mehr denken kön­nen und schließlich glauben, ver­rückt zu wer­den. […]Man ist schweißge­badet, der Magen verkrampft sich, das Herz rast, man glaubt, keine Luft mehr zu bekom­men.“

Die wieder­holte oder dauer­hafte inten­sive Angst bis hin zur Panik, den Part­ner bzw. die Part­ner­in zu ver­lieren ohne konkreten Grund, ist ein ern­stzunehmendes Warnsignal. Mehr noch, wenn sich der oder die Eifer­süchtige gren­züber­schre­i­t­end ver­hält, kon­trol­liert, direkt oder indi­rekt Druck ausübt.

Der Weg zu einer “gesunden” Liebe und PartnerschaftPaarberatung Neustrelitz Marc Borries 4 lizensiert durch shutterstock

Eine ver­trauensvolle respek­tvolle Beziehung  kann nur entste­hen, wenn man sich gegen­seit­ig einen gewis­sen Grad an Autonomie zugeste­ht. So sehr sich Eifer­süchtige auch darum bemühen: Liebe, Ver­trauen und Part­ner­schaft und sind keine unverän­der­lichen Dinge, die kon­serviert wer­den kön­nen. Ger­ade diese Ver­suche verkehren sich ins Gegen­teil.

Der erste Schritt kann ein offen­er Umgang mit dem The­ma Eifer­sucht sein und dem Eingeständ­nis Eifer­sucht bzw. eine erhe­bliche Angst zu empfind­en vor dem Ver­lust bzw. der Tren­nung vom Part­ner / von der Part­ner­in. Soll­ten die Äng­ste begrün­det sein, kann die offene Ansprache eben­falls mehr Licht ins Dunkel und ggf. eine Klärung mit sich brin­gen.

Hilfe und Unterstützung — Eheberatung, Paarberatung und Paartherapie

Starke Eifer­suchts­ge­füh­le kön­nen in ver­schiede­nen ver­gan­genen Beziehungser­fahrun­gen begrün­det sein, darüber hin­aus kann eine sehr starke per­sön­liche Verun­sicherung, ein niedriges Selb­st­wert­ge­fühl, eine ver­gan­gene oder aktuelle Leben­skrise eine natür­liche Ver­lus­tangst zu ein­er über­steigerten Eifer­sucht wach­sen lassen. In ein­er Einzel­ber­atung oder ein­er Paar­ber­atung (Ehe­ber­atung bzw. Paarther­a­pie) erar­beit­en wir eine neue Per­spek­tive auf Ihre Part­ner­schaft und Wege für ein gemein­sames Leben.